"Vom Nähfaden bis zur Atombombe ist alles Politik." - Feministische Allianzen gestern - heute - morgen
16:00
John-F.-Kennedy-Platz , 10825 Berlin
Google Maps
Diese Veranstaltung ist wie ein Marktplatz ein Ort des Austausches über das Gestern - Heute - Morgen. Wir wollen uns austauschen mit bürgerschaftlich Interessierten und Engagierten, Vertreter*innen von Frauen*- und Sozialprojekten und ihren Unterstützer*innen aus Verbänden, Politik und Zivilgesellschaft, potenziellen Wunschgroßeltern und Unterstützer*innen des „Großelterndienst - Enkel dich fit“ – und mit dir. Die Veranstaltung nimmt Frauen* in den Blick, steht aber auch Männern* offen. Schon immer haben sich Frauen* zusammengetan, wenn es gilt „anzupacken“, Herausforderungen zu meistern oder gemeinsame Ziele zu erreichen. Eine bunte Vielfalt von Frauen*vereinen und Frauen*projekten beleben unsere Stadtgesellschaft, bieten Heimat und Gemeinschaft und leisten zugleich unverzichtbare Beiträge zur Weiterentwicklung der Berliner Frauen*infrastruktur. Also alles gut? Darüber möchten wir generationsübergreifend mit euch ins Gespräch kommen, praktikable Umsetzungsstrategien entwickeln sowie neue Wege ausloten. Aus Anlass des 140. Geburtstags von Dr. Agnes von Zahn-Harnack, Gründerin des Berliner Frauenbund 1945 e.V. und letzte Vorsitzende des Bunds Deutscher Frauenvereine, und des 35sten Jubiläums vom „Großelterndienst - Enkel dich fit“, einem unserer Projekte, laden wir Sie, laden wir dich herzlich ein, den Verbindungen von gestern - heute - morgen nachzuspüren, Strategien des feministischen und gesellschaftlichen Zusammenhalts zu diskutieren und Mitwirkungsmöglichkeiten zu entdecken. Auch das Feiern kommt nicht zu kurz. Die Veranstaltung findet unter der Schirmherrschaft von Jörn Oltmann, Bezirksbürgermeister für Tempelhof-Schöneberg, und in Kooperation mit Julia Selge, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte im Bezirk Tempelhof-Schöneberg, statt. • Bitte beachten Sie, dass das Rathaus Schöneberg nur bedingt barrierefrei ist. • Wir bieten eine betreute Spielecke für Kinder bis 8 Jahren an. • Qualifizierte Informationen zum im 2025 beginnenden 33. Lehrgang des Qualifizierungsprogramms “Mehr Frauen in die öffentliche Verantwortung – Qualifizierung für soziale, politische und kulturelle Leitungsaufgaben” (kurz: Die Löwin)
16.30 Uhr Verschiedene Workshops
I. Feminismen und Gleichstellung stärken
• Workshop 1
Frauen*vereine und Frauen*projekte in der Transformation
Frauen*vereine spielen (schon immer) eine zentrale Rolle im Kampf für Frauen*rechte und Chancengleichheit. Sie setzen sich mit ihrer Expertise und ihrem Engagement für die Rechte und Interessen von Frauen* ein. Sie arbeiten daran, alle Formen von Diskriminierung in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zu beenden. Sie organisieren Veranstaltungen und Kampagnen, um Frauen* über ihre Rechte aufzuklären und sie zur politischen Teilhabe zu ermutigen. Sie unterstützen Frauen* in Notsituationen und fördern den beruflichen (Wieder-)Einstieg von Frauen* in den Arbeitsmarkt. Sie schaffen Arbeitsplätze im sozialen Sektor und tragen als Teil der Sozialwirtschaft zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung bei (die in Deutschland etwa 7 % ausmacht).
Frauen*vereine stehen heute allerdings vor zahlreichen Problemen und arbeits-, sozialversicherungs- und zuwendungsrechtlichen Herausforderungen, die ihre Arbeit und Wirkmächtigkeit beeinträchtigen. Im Workshop möchten wir uns mit euch/Ihnen darüber austauschen, was getan werden muss, damit Frauen*vereine auch in den nächsten Jahren ihren wichtigen Aufgaben sowohl im Kontext emanzipatorischer Frauen*bewegungen als auch als Träger*innen zur Sicherung der Berliner Frauen*-Projekte-Infrastruktur gerecht werden können.
Moderatorin: N.N.
Impulsgeberinnen:
Mara Höhl, LIFE Bildung Umwelt Chancengleichheit e.V.
Mechthild Rawert, Berliner Frauenbund 1945 e.V.
• Workshop 2
Feministischer Generationenaustausch
Die Frauen*bewegung ist die erfolgreichste soziale Bewegung des 20. Jahrhunderts. Sie schloss und schließt sich auch heute an demokratische Werte wie Selbstbestimmung, Freiheit und Gleichheit an. „Das Private ist politisch“ ist ein bekannter Slogan. Damals wie heute gab und gibt es in den feministischen Bewegungen unterschiedliche Positionen und damit auch Streitpunkte – ein Grund ist auch der eigene biographische Zugang.
Klärungsbedarf „unter uns“ heute besteht u.a. in folgenden Fragen: Wo sind Grenzlinien aber auch Gemeinsamkeiten zwischen den Generationen? Welche Brücken existieren zwischen (jüngeren) Netzfeminist*innen und denen, die sich offline zum Teil schon seit Jahrzehnten für die Umsetzung der im Grundgesetz verankerten Gleichstellung engagieren? Wie stärken wir die feministische Bewegung insgesamt? Feministinnen, ob on- oder offline unterwegs, sind Schwestern im Geiste. Jeder Weg hat Eigenarten, bietet Chancen und weist Grenzen auf. Die Frage steht im Raum: Wie kommen wir zusammen?
Moderatorin: N.N.
Impulsgeberinnen:
Stefanie Lohaus, Mitglied der Geschäftsleitung der EAF Berlin und Gründerin Missy Magazine, Autorin
Raweel Nasir, freie Journalistin
• Workshop 3
Demokratie braucht Feminismus
In unserer Demokratie gelten die universellen Menschenrechte - unabhängig von der Geschlechtsidentität. Die verschiedenen Feminismen streben eine bessere und gerechtere Gesellschaft für alle Menschen an - ohne einschränkende Geschlechterrollen, ohne sexistische Unterdrückung und Gewalt, ohne (Mehrfach-)Diskriminierung. Darauf beruht auch unsere moderne Gleichstellungs-, Geschlechter- und Familienpolitik.
Antifeminist*innen wenden sich in Wort und Tat in jeder Sphäre unserer Gesellschaft --häufig im digitalen Raum – gegen Frauen* und LGBTQIA+ oder Einrichtungen und Organisationen, die sich für Frauen*rechte, Gleichstellung und für die Stärkung geschlechtlicher, körperlicher und sexueller Selbstbestimmung einsetzen. Antifeminismus ist eine Ideologie rechtspopulistischer, rechtsextremer und anderer demokratiefeindlicher Gruppierungen. Als politische Strategie gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GMF) fungiert Antifeminismus als Brücke in die gesellschaftliche Mitte und trägt dazu bei, u.a. menschen-, frauen*- und vielfaltsfeindliche Einstellungen, Haltungen und Ressentiments zu normalisieren und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu schwächen.
Doch wir sind nicht wehrlos. Wir wollen Wege der Prävention und Intervention gegen Antifeminismus, Rassismus oder Antisemitismus ausloten und aufzeigen welche Rolle Geschlecht bei abwertenden Einstellungen und Äußerungen spielt. Wir diskutieren darüber, was wir wie gegen den demokratiegefährdenden Antifeminismus tun können.
Moderatorin: Güllü Kuzu, Berliner Frauenbund 1945 e.V.
Impulsgeberinnen:
Prof. Dr. Ursula Britzegeio, Friedrich-Ebert-Stiftung
Julia Selge, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte im Bezirk Tempelhof-Schöneberg
• Workshop 4
In Vielfalt vereint – Wie gestalten wir gemeinsame feministische Kämpfe für eine bessere Welt?
Zu den Zielen der Frauen*bewegungen in Deutschland gehört(e) seit jeher die Abschaffung gesellschaftlicher Ungleichheitsstrukturen und Diskriminierungen, gehör(t)en Emanzipation, Empowerment und Geschlechtergerechtigkeit. Durch antidemokratische Bewegungen geraten diese, in Teilen gar grundgesetzlich verankerten Ziele, aktuell immer mehr unter Druck. Zudem stellen zahlreiche neue Herausforderungen durch Sparhaushalte, neue rechtliche und bürokratische Hürden die feministische Zivilgesellschaft als Ganzes vor teilweise enormen Rechtfertigungsdruck. Viele befürchten ein Mehr an Chancenungerechtigkeiten und Mehrfachdiskriminierungen.
Wie können in diesen Zeiten Frauen*verbände und -netzwerke ihre Kräfte bündeln, um nicht gegeneinander, sondern gemeinsam in ihrer Vielfalt für bessere Rahmenbedingungen für ihr ehrenamtliches Engagement und besser gefüllte Fördertöpfe einzutreten?
Wie können sich Feminist*innen gegenseitig stärken, um die gemeinsamen Notlagen in gemeinsame Kämpfe zu wandeln? Kann die Herangehensweise des intersektionalen Feminismus dazu dienen, einander besser zu verstehen? In welchen Bündnissen können wir solidarisch Ungleichheiten bekämpfen und eine gerechtere Zukunft für alle anstreben? Wie können wir Feminismen gesellschaftlich und politisch so gestalten, dass diese auch wirkmächtig sind und bleiben? Wir brauchen analoge, digitale und vor allem politische Ideen und Innovationen. Diskutiere deine Ideen und Vorschläge mit uns.
Moderatorin: N.N.
Impulsgeberinnen:
Dr. Delal Atmaca, Geschäftsführerin und Mitbegründerin des Dachverbandes der Migrantinnenorganisationen (DaMigra e.V.)
Lisi Maier, Direktorin der Bundesstiftung Gleichstellung
II. Zusammenhalt der Generationen im Alltagsleben stärken
• Workshop 5
Wenn der Wecker nicht mehr klingelt: Wunschgroßelternschaft als Chance aktiver Teilhabe nach dem Berufsleben
Bei vielen älter werdenden Menschen wächst der Wunsch, einen längerfristigen Alltagskontakt mit der „Enkel*innen-Generation“ haben zu wollen – ganz unabhängig davon, ob sie selbst Enkel*innen in oder außerhalb Berlins haben oder gar keine Kinder hatten. Diesen potenziellen Wunschgroßeltern bietet das Projekt „Großelterndienst – Enkel dich fit!“ Chancen zur Realisierung ihres Wunsches. In Berlin gibt es viele Familien, die ihren Kindern gerne die Erfahrung von Großeltern als langfristige, verlässliche Bezugspersonen einer älteren Generation bieten möchten und sich selbst Entlastung im Alltag wünschen.
Im Projekt „Großelterndienst – Enkel dich fit!“ stehen die Wunschgroßeltern im Mittelpunkt: Wesentlicher Baustein des Projektes Großelterndienst ist – neben der wohnortnahen Vermittlung von Wunschgroßeltern an vorzugsweise Alleinerziehende mit Kindern zwischen 0 und 10 Jahren – die kontinuierliche Begleitung der Ehrenamtlichen mit einem Veranstaltungsprogramm. Es gibt Möglichkeiten sich auszutauschen (Gesprächskreise, Gruppenfrühstücke, Weiterbildungen und Ausflüge) und neue unterstützende Gemeinschaften zu erleben.
Wunschgroßeltern zu sein tut gut: Wir erleben die Welt mit den Augen eines Kindes, werden sozial und zumeist auch körperlich bei frischer Luft gefordert, erleben Abwechselung im Alltag und haben Spaß. Diese ehrenamtliche Tätigkeit kommt also nicht nur anderen zugute und trägt insgesamt zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei, sondern fördert auch das eigene Wohlergehen.
Moderatorin: N.N.
Impulsgeberinnen:
Helga Krull, Projektleiterin „Großelterndienst – Enkel dich fit!“
Stefanie Mondry, Projektleiterin „Großelterndienst – Enkel dich fit!“
17.45 Uhr Plenum: Berichte aus den Workshops
Workshop 1: Karin Knufmann-Happe, Berliner Frauenbund 1945 e.V.
Workshop 2: Maike Bussmann, Berliner Frauenbund 1945 e.V.
Workshop 3: N.N.
Workshop 4: Dr. Hildegard Schicke, Berliner Frauenbund 1945 e.V.
Workshop 5: N.N.
18.15 Uhr Imbiss mit Brezeln und Getränken
18.00 Uhr Registrierung der neu hinzukommenden Teilnehmer*innen
18.45 Uhr Jubiläumsfeier
Moderatorin: Dr. Eva Schulze, Stellvertretende Vorsitzende des Berliner Frauenbund 1945 e.V.
• Festvortrag: „Vom Nähfaden bis zur Atombombe ist alles Politik“
(Agnes von Zahn-Harnack, geboren am 19.6.1884, letzte Vorsitzende des Bunds Deutscher Frauenvereine (1931-1933) und Gründerin des Berliner Frauenbund 1945 e.V.)
Vortrag der Historikerin und Podcasterin Bianca Walther
• Würdigung des Jubiläumsprojektes: 35 Jahre „Großelterndienst – Enkel dich fit“
Laudatio durch Mechthild Rawert, Vorsitzende des Berliner Frauenbund 1945 e.V.
20.15 Uhr Get together
21.30 Uhr Ende der Veranstaltung
Datenschutz
Der BFB 1945 e.V. weist gemäß der EU-Datenschutzgrundverordnung darauf hin, dass erhobene personenbezogene Daten ausschließlich für die Vereinsarbeit genutzt werden. Wir veröffentlichen Fotos, die im Zusammenhang mit satzungsgemäßen Veranstaltungen wie Veranstaltungen, Ehrungen, Feste, Mitgliederversammlungen etc. entstehen, zum Beispiel auf der Vereins-Homepage, in eigenen Print- oder anderen Medien bzw. Social Media. Ggf. werden diese auch an externe Medien zur Berichterstattung über Vereinsgeschehnisse übermittelt. Mit ihrer Teilnahme erklären Sie sich mit obiger Nutzung personenbezogener Daten bzw. Fotos einverstanden.
Berliner Frauenbund 1945 e.V.
Mechthild Rawert 0178 859 14 20 Anrufen kontakt@berliner-frauenbund.de Schreiben
gemeinütziger Frauenververein